
Beeindruckender Beton
Wie wir Gebäude herunterkühlen können
Wenn sich im Sommer die Städte in Glutöfen verwandeln, ist oft Beton schuld: Er speichert Hitze wie ein Schwamm. Doch ein internationales Forschungsteam hat nun eine Lösung entwickelt, die Gebäude (und Straßen!) auch ohne Klimaanlage kühlt – Supercool Cement, ein Beton, der Sonnenlicht reflektiert statt es zu schlucken.
Das Geheimnis liegt in winzigen Kristallen, die sich beim Aushärten bilden. In Kombination mit einer Spezialfolie entstehen spiegelartige Hohlräume – sie reflektieren bis zu 96 Prozent der Sonnenstrahlen. Im Test blieb der Beton sogar kühler als die Umgebungsluft – bei 38 °C Außentemperatur lag die Betonoberfläche bei angenehmen 33 °C, während normaler Beton fast 60 °C erreichte.1
Ein cleverer Trick: Der Beton nutzt ein „atmosphärisches Fenster“, durch das bestimmte Infrarot-Wellenlängen direkt ins All abgestrahlt werden können – ganz ohne Wärme in der Stadt zu hinterlassen.2
Der Beton ist dabei vielfältig einsetzbar. Ob für Neubauten oder wie zur Nachrüstung von Dächern, Fassaden oder Straßen. Auch farbige Varianten sind möglich – mit immer noch über 90 Prozent Reflektionsleistung.
Und das Beste: Die Herstellung verursacht 25 Prozent weniger CO₂ als herkömmlicher Zement.3
Laut Modellrechnungen könnte der Beton nicht nur Gebäude runterkühlen, sondern auch das Stadtklima insgesamt verbessern – besonders in Regionen mit starker Sonneneinstrahlung. Unternehmen wie PhotoKrete in Spanien arbeiten bereits an der Markteinführung.4
Und in Deutschland?
Für kühlere Regionen braucht es noch Lösungen für die Winterzeit – etwa zusätzliche Dämmhüllen. Doch eines ist klar: Technologien wie Kühlbeton werden mit dem Klimawandel zur Schlüsselstrategie für zukunftsfähiges Bauen.
Quellenangaben:
1 Tagesschau.de: Kühlbeton – Innovation gegen Hitze in Gebäuden: https://www.tagesschau.de/wissen/forschung/kuehlender-beton-100.html
(abgerufen am 12.09.2025)
2 Ebd.
3 Ebd.
4 Ebd.
