Genial geklebt

Wie Kartons ohne Klebstoffe auskommen

Papierverpackungen sind gut recycelbar – und auch stabil, wenn wir sie fest verschließen. Genau da haftet das Problem: Klebstoffe lassen sich nicht so leicht wieder entfernen. Wer kennt das mühselige Klebebandknibbeln nicht? Die Rückstände erschweren das Recycling von Kartons, Papier und Pappe erheblich.1

Vier Fraunhofer-Institute haben eine Methode entwickelt, die Papiermaterial ohne schadstoffhaltigen Kleber dicht und stabil verschließt. Die Versiegelung erfolgt dabei direkt im Material selbst, denn einige Papierbestandteile können in klebrige, schmelzbare Stoffe umgewandelt werden.1

Ein CO Laser erhitzt das Papier sehr schnell, spaltet die entsprechenden Bestandteile auf und erzeugt im Material eine klebende Schicht. Druck und Wärme verbinden sie dann zu stabilen Nähten. Tests zeigen: Die Nähte sind so fest, dass schon eine kleine Verbindung von zwei mal drei Millimetern bis zu 20 Kilogramm tragen kann! 

Papiere mit wenig anorganischen Füllstoffen und eher dicken Qualitäten eignen sich besonders gut für die Versiegelung. Wir kennen sie von Pappbechern oder Lebensmittelverpackungen.1

In Dresden entwickelten die Forschenden bereits eine Anlage, die Beutelverpackungen mit dieser Versiegelung in einem durchgehenden Prozess herstellt. Der Prototyp soll bis September 2026 zehn Verpackungen pro Minute produzieren. Danach ist die industrielle Serienfertigung für die Verpackungs-, Lebensmittel- und Maschinenbauindustrie geplant.1

Das Leben auf die wirklich wichtigen Dinge (auch ohne Knibbeln) konzentrieren, weniger Schadstoffe verwenden und mehr nachhaltige Materialien nutzen – so funktioniert auch Kleines Wohnen!


Quellenangaben:

1 Mdr.de: Schadstoffe minimiert: Klebstofffreie Papierverpackungen aus Dresden, https://www.mdr.de/wissen/naturwissenschaften-technik/papierverpackung-ohne-klebstoff-102.html 
(abgerufen am 27.03.2026)