Positiveres Plastik

Wie Plastik besser werden kann 

In Leipzig wird an einem Kunststoff gearbeitet, der das Potenzial hat, die Umweltprobleme klassischer Kunststoffe zu lösen. 

Das Start-up Aevoloop hat eine neuartige Kunstfaser entwickelt, die sich wie Seide anfühlt, dabei aber aus recyceltem Plastik besteht – und vollständig biologisch abbaubar ist. Der besondere Clou: Die Polymere enthalten gezielt eingebaute Sollbruchstellen. Diese machen den Kunststoff nicht nur leichter recycelbar, sondern auch abbaubar – sowohl in industriellen Anlagen als auch in der Umwelt, etwa durch Mikroben im Meer.1

Gründer Manuel Häußler entwickelte die Idee während seiner Promotion an der Universität Konstanz und entschloss sich 2024 zur Unternehmensgründung. Aevoloop hat inzwischen Prototypen entwickelt und ist nach Leipzig gezogen, wo das entstehende Großforschungszentrum CTC (Center for the Transformation of Chemistry) ein innovatives Ökosystem für chemische Nachhaltigkeit bildet. Von dort aus sollen neue Partner, Fachkräfte und Erkenntnisse gewonnen werden.2

Im Unterschied zu herkömmlichen Biokunststoffen, die oft teuer und wenig robust sind, verbindet Aevoloop laut eigenen Angaben Stabilität, günstige Herstellung und gute Recyclingfähigkeit. Die Rückführung in neue Produktionszyklen gelingt mit bis zu 96 Prozent Effizienz – ein Rekordwert. Selbst wenn der Kunststoff in die Umwelt gelangt, soll er innerhalb von fünf Jahren vollständig biologisch abgebaut sein.3
 
Damit könnte gezeigt werden: Plastik muss kein ewiger Problemstoff bleiben – es kann Teil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft werden.


Quellenangaben:

1 Mdr.de: Neues Plastik aus Leipzig: Leicht, robust, günstig und recyclebar: https://www.mdr.de/wissen/naturwissenschaften-technik/aeveloop-recycelbares-plastik-aus-leipzig-chemie-der-zukunft-100.html 
(abgerufen am 04.06.2025)

2 Ebd.

3 Ebd.